Von alten Landsorten

Manchmal macht die Arbeit im Internet besonders viel Spaß. Nur was gut schmeckt, erhält sich über Generationen. Eine schöne, aber naive Idee, die vielleicht bei Nutella zutrifft, aber alles andere, was landwirtschaftlich erzeugt wird, unterliegt marktwirtschaftlichen Zwängen und die zwingen uns einen anderen Geschmack auf.

Tomaten sind auch im Winter schön rot und schimmeln später, aber der Geschmack? Rosen blühen ewig, trotzen dem Frost, aber riechen sie noch?

Der moderne Kosument

Ich stehe zu meinem Idealismus, ich würde mich freuen, wenn die Nischen, die es jetzt noch gibt, z.B. Marktstände mit frischem Gemüse aus der Region, breiter würden und sich noch mehr auftäten. Alte Pflanzensorten haben häufig ein Mehrangebot im Gepäck, das sich nicht nur auf den Geschmack auswirkt, sondern auch auf ihren Genpool – sie sind möglicherweise Wetterkapriolen viel besser gewappnet. Ich liebe Rote Beete, aber die beim Discounter schmeckt nach nichts. Vor zig Jahren hatte ich im Garten Saatgut vom VERN e.V. verstreut und mich gefreut über die herrliche Süße der Knollen. Z.B. schmecken dieses Gemüse im Nachbarland Polen gekauft immer noch um Längen besser als das in Berlin erhältliche.

Um das Netzwerk von engagierten Streitern in der Landwirtschaft in Brandenburg zu stärken und im Internet zu visualisieren, ist eine Webpräsenz entstanden, die sich den alten Landsorten widmet und auf Spurensuche geht. Auf landsorten.de kann man schon jetzt historische Getreidesorten anschauen, die von den Äckern längst verschwunden und den wenigsten bekannt sind. Wenige von Ihnen habe eine Renaissance erlebt wie der Champagnerroggen, der auch wieder beim Bäcker verbacken wird und käuflich erworben werden kann.

Zukünftig soll die Webseite auch weitere alte Sorten aus Feld und Garten bereithalten und über Verbreitung, Geschichte und Verarbeitungsbeispiele informieren.

www.landsorten.de – eine Webseite des VERN e.V.

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